Bonifazio Bembo

Leben und Werk
Bonifazio Bembo im Roman "Der Triumph der Visconti"
Bonifazio und der Tod
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Leben und Werk

Über Bonifazio Bembo ist leider nicht viel überliefert. Die Kunstgeschichte nimmt an, dass er aus einer Malerfamilie aus Cremona stammt. Selbst Geburts- und Todesjahr sind nicht gesichert, aber es wird angenommen, dass er von ca. 1420 - 1478 gelebt hat.

Schriftliche Dkoumente bestätigen, daß er ein bevorzugter Günstling des Hofes war und ein reger Gedankenaustausch zwischen Bembo und der Herzogsfamilie Sforza statt fand (vornehmlich mit Bianca Maria Visconti). Bembo war zudem ein ausgesprochener Befürworter von Francesco Sforza während der "Ambrosianischen Ära" (1447-1450), wie ein Brief an den Condottiere belegt, in dem Bembo darüber klagt, wie schlecht die Verhältnisse in der Stadt wären.


Bonifazio Bembo gehörte zu den Künstlern, die die große Halle des Schlosses in Pavia dekorierten - im Auftrag Francesco Sforzas. (Während seiner Arbeit befahl der Herzog, daß Bonifazio und seinen Assisstenten zwei Räume und ein Bett zum größeren Konfort des Künstlers zur Verfügung gestellt wurde.)
Bembo muß zu Zeiten finanz. Schwierigkeiten gehabt haben, da der Herzog Künstler nur sehr langsam bezahlte. Konten blieben lange im Rückstand, manchmal für Jahre. Weiterhin wußte er nie, wann ihn der Herzog plötzlich dazu auffordern würde, eine neue Arbeit auszuführen.

Zu seinen Werken: Möglicherweise war Bonifazio Bembo ein Schüler der Zavaratti-Brüder (von denen manche Tarotforscher annehmen, sie hätten die Tarotkarten gemalt) und er wurde wahrscheinlich von Gentile da Fabriano (ca. 1340-1428) und Antonio Pisanello (1397-1450/1455) inspiriert. Deren Bilder idealisieren in gleicher Weise wie Bembos das höfische Leben.

Der Ruhm seines Bruder Benedetto (?-1489) überdeckte den von Bonfazio für lange Jahre, doch werden heutzutage ihre Werke in getrenntem Licht betrachtet.

1462 schrieb der Herzog über die Arbeit von Bembo in der Kapelle von Sankt Grisante und Daria in der Kirche von Sankt Augustinus. Die Kunstgeschichte nimmt an, dass es sich hierbei um die beiden Portraits an den Säulen handelt. In einem Brief, datiert auf den 16. Oktober 1469, beauftragte Sforza seinen Kassenwart, Nicccolo Trecchi, Bembo für das Bild zu bezahlen, das für den Herzog gemalt worden war.


Im Jahr nach Francescos (1467) Tod arbeitete Bembo mit Pantaleone von Marchis am Grabtuch des Hauptaltares der Kirche von Sankt Augustinus in seiner Heimatstadt Cremona. Pantaleone wird allgemeinhin als sein Assisstent angenommen.

Da es in den Anfangszeiten der italienischen Renaissance noch nicht allgemein üblich war, dass Maler ihre Bilder signierten (meist waren es Auftragsarbeiten, zudem verstanden sich die Maler noch als Handwerker, weniger als Künstler), fällt es heute sehr schwer, Bembos Werk umfassend zu dokumentieren. Als gesichert gilt z.B. aber, dass diese beiden Portraits von seiner Hand gemalt wurden:

 

Francesco Sforza und Bianca Maria Visconti

 

Und es gibt eine Sammlung von Skizzen, die Figuren aus der Artussage zeigen und die ebenfalls Bonifazio Bembo zugeschrieben werden, da einige der Figuren stark an die Figuren und Personen auf den Trumpfkarten des Visconti-Sforza Tarot erinnern (Eremit, Narr, etc.)


Bonfiazio Bembo im Roman "Der Triumph der Visconti"

Belinda Rodik über die Hauptfigur ihres Romanes, Bonifazio Bembo:

"Da über Bonifazios Leben nur Bruchstücke bekannt sind, fiel es zum einen sehr schwer, seinen Charakter zu formen, da man als Autor immer Angst hat, einem Menschen, der tatsächlich gelebt hat, zu viel "anzudichten", ihn zu einem völlig anderen Menschen zu formen, als er tatsächlich war. Andererseits ist es für einen Autor natürlich ein Segen, wenn eine historisch belegte Figur nicht zu viel von sich preisgibt, so dass Raum für die Erzählung bleibt, ohne in einem zu engen Rahmen schreiben zu müssen. So habe ich ihn zu einem Maler aus Leidenschaft werden lassen, ihm einen Freund an die Seite gestellt - Fecino Monte, der keine historische Figur ist und Bonifazio in Verehrung für Bianca Maria Visconti entbrennen lassen - die er als Kind bereits kennen- und lieben lernt.

Ein traumatisches Ereignis in der Kindheit formt ihn darüber hinaus zu dem Menschen, der schließlich die Tarotkarten erfindet - einfühlsam und kreativ versucht er in ein Spiel einzubauen, was ihn bewegt. Zuerst als Geschenk anlässlich der Hochzeit Bianca Maria Viscontis gedacht (viele Tarotforscher gehen heute davon aus, dass die Karten tatsächlich zu diesem Anlass kreiert wurden), entwickeln sie sich im Laufe der Geschichte zu einem Werkzeug, um Botschaften gefahrlos zu übermitteln (am Mailänder Hof der Renaissance wusste im Endeffekt niemand, wer von wem zu welchen Zwecken ausspioniert wurde. Die Angst vor Gift war allgegenwärtig und die herzogliche Familie trank ausschließlich aus Kristallgläsern, um sich vor einem Giftanschlag zu schützen, da man dachte, Kristall würde zerspringen, sobald es mit Gift in Berührung kam).

Bis Bonifazio erkennt, dass seine Karten kopiert werden und für eine tödliche Verschwörung missbraucht werden, die sogar seiner größten Liebe, Bianca Maria Visconti, das Leben kosten könnte."

 


Kurzbeschreibung

"Mailand im 15. Jahrhundert. Der kleine Bonifazio Bembo, Sohn eines Malermeisters, hat den Tod gesehen. Er kam in Gestalt eines Skeletts auf einem der Trionfi, der Festwagen des großen Umzugs zu Fronleichnam. Und seitdem lässt der Gedanke daran Bonifazio nicht mehr los. Bis er ihm selbst begegnet. Denn der Tod geht um inden Gassen von Mailand, in Gestalt der Bluthunde, welche die Schergen des Herzogs des Nachts durch die Straßen hetzten. Auf der Suche nach seiner kleinen Schwester fällt Bonifazio unter die Hunde. Seine Mutter und das Mädchen finden den Tod. Bonifazio selbst überlebt wie durch ein Wunder. Sein Vater nimmt ihn mit auf ein Castello außerhalb der Stadt, wo er einen Auftrag für den Herzog ausführt. Dort begegnet Bonifazio der jungen Bianca Maria Visconti, der unehelichen Tochter des Herzogs. Er verliebt sich in sie, doch sie ist dem weit älteren, mächtigen Söldnerführer Francesco Sforza anverlobt. Und so sieht sich der junge Künstler Bonifazio Bembo mitten in die politischen Verwicklungen des Zeitalters verstrickt, das man später Renaissance nennen wird. Er sieht alles, hört alles, erlebt als scharfer Beobachter den Tod des alten Herzogs, die Zeit der Republik Mailand, der Hungersnot, der Belagerung. Verzweifelt versucht er seiner großen Liebe von einst eine Botschaft zukommen zu lassen, und da entsinnt er sich der Trionfi von damals. Er malt sie auf Spielkarten und hofft, dass Bianca Maria die Zeichen deuten kann: Der geborstenen Turm. Die Herrscherin. Der Herrscher. Die Liebenden. Der Tod. Um das Jahr 1450 entstanden in Mailand die Spielkarten, welche die Grundlage zu dem heutigen Tarot-Spiel bilden. Einer ersten und fast vollständige erhaltenen Kartensätze ist der so genannte Visconti-Sforza Tarot. In seinen Figuren und Symbolen finden sich Anspielungen auf Schlüsselereignisse der Zeit. Die Geschichte, die darin zu lesen ist, hat Belinda Rodik in ihrem Roman brillant rekonstruiert."

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